Die Konstruktion

Das Amphitheater von Virunum war eine im Grundriss 108,1 x 46,5m große Holz-Steinkonstruktion, die auf einer künstlich geschaffenen Terrasse auf halber Hanghöhe über der Stadt errichtet wurde.
Die Hauptachse des Amphiteaters ist Nord-Süd orientiert. Rund um den zentralen, ellipsoid- langgestreckten Platz (arena) laufen zwei parallele Mauerringe aus Bruchsteinen mit Kalkmörtel, die teilweise bis zu einer Höhe von 4,0 m erhalten sind. Der durchschnittliche Abstand dieser Mauerringe und damit die Breite des Zuschauerbereichs (cavea) beträgt 4,5 bis 5,5 m, wobei sich zwischen den Mauerringen in regelmäßigen Abständen von rund 2,5 im Fundamentbereich Radialmauern als Stabilisierung finden. Die aus Holz erbauten Tribünen zwischen den Mauerringen boten ca. 3000-4000 Zusehern Platz. Jeweils an den Schmalseiten im Norden und Süden erlaubten Tore den Zutritt zur Arena. Unter der westlichen Cavea führt ein unterirdischer Gang unter den Zuschauertribünen hindurch bis zur Mitte der Arena, wodurch den Akteuren ein effektvoller Auftritt ermöglicht wurde. Im Ostscheitel war das 4,84 x 5,9 m große, der Schicksalsgöttin Nemesis geweihte Heiligtum (Nemeseum) situiert.

Bild: Talseitige Mauer mit Kanalöffnung (Foto: F. Doliner).
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