Über Humbert Fink

Hier finden Sie ein paar Stellungnahmen über Humbert Fink anlässlich seines 10. Todestag im Jahre 2002:

17. Mai 2002 ORF, Radio Kärnten: „Ein Zeitenreisender,
zum 10. Todestag des Publizisten und Schriftstellers Humbert Fink“


Dolores Hibler,ORF:

„Humbert Fink war gleichzeitig Kosmopolit und mediterraner Europäer. War er auch ein Kärntner?“


Humbert Fink:

Ich betrachte Kärnten als meine Heimat ….. aber jedes Jahr muss ich ein-, zweimal nach Neapel, nach Salerno fahren, mit meiner Frau und meinem Sohn jetzt natürlich, die auch allmählich begreifen, wie verrückt dieses Neapel ist ….. es ist so viel Sentimentalität, so viel Rückerinnerung ….. und das wiederholt sich, bis ich sterben werde.“

22. Mai 1992 im Brief „Zum so frühen Heimgang Ihres Gemahls …..“
von Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari, Der Bischof von Gurk in Klagenfurt
an Ulrike Fink, Witwe nach Humbert Fink

„….. Der Verstorbene hat durch sein literarisches Schaffen eine wichtige und bleibende Spur im Geistesleben nicht nur Kärntens, sondern ganz Österreichs und über Österreichs Grenzen hinaus geschrieben. Das Wort war ihm in vielen Gestalten gegeben: von der Tröstung bis hin zum zornigen Zwischenruf.
….. Das Haus der Schule in Tanzenberg hat durch den Heimgegangenen eine wichtige publizistische Förderung erfahren.
Ein Wort des hl. Augustinus ist mir bei der ersten Nachricht vom Tod Humbert Finks in Erinnerung gekommen: ‚Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe hat in dir, Gott’.“
(gekürzt)

17. Mai 2002 ORF, Radio Kärnten: „Ein Zeitenreisender,
zum 10. Todestag des Publizisten und Schriftstellers Humbert Fink“

Fritz Molden, österreichischer Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, Verbindungsoffizier des Widerstandes zu den Alliierten, Politiker, Diplomat, Journalist, Herausgeber, Autor, Verleger, usw.:

„..... Humbert Fink war ein mediterraner Mensch, er war seinem Wesen nach ein sehr mediterraner Mensch, ….. er hat gern gut getrunken, er hat gern gut gegessen, aber man konnte mit ihm auch stundenlang über die Bogumilen-Gräber in Bosnien und solche Sachen, also Altertümer, diskutieren, ohne dass es langweilig geworden ist …..“

17. Mai 2002 ORF, Radio Kärnten: „Ein Zeitenreisender,
zum 10. Todestag des Publizisten und Schriftstellers Humbert Fink“

Günther Domenig, Architekt:

„….. Humbert Fink …ich habe seine Berichte in einer populistischen Tageszeitung gelesen, wo er immer kritische Stellungen zu verschiedenen Themen und Positionen bezogen hat ….. und da war er absolut unbestechlich, es war damals für mich sehr wichtig, dass solche Berichte gemacht worden sind, Berichte, die einfach keinen Kompromiss erlauben. ….. und das war nicht nur sehr wichtig, sondern solche Menschen, die da nicht anpasslerisch sind ..… und vor allem in Kärnten ….. solche Schreibweisen dieser Art von Haltung sind da außerordentlich bedeutungsvoll ..… diese Konsequenz, die wir in der Architektur auch haben müssen …
..… die Trauer ist, dass es ihn nicht mehr gibt !“

17. Mai 2002 ORF, Radio Kärnten: „Ein Zeitenreisender,
zum 10. Todestag des Publizisten und Schriftstellers Humbert Fink“

Lojze Wieser, Verleger, Autor:

„..... Humbert Fink ….. die Anfeindungen, denen er als junger, hier nach Österreich zugereister, italienisch sprechender Mensch erfahren hat, haben wahrscheinlich eine sehr tiefe Wunde in seiner Seele hinterlassen,
….. ein sehr nachdenklicher Mensch, ein sinnierender, ein doch wagender, nicht gerade im Wagen springender Mensch, und er hat versucht, so weit ich ihn einschätzen kann, die Gratwanderung für sich zu machen, in der er für gute kulturelle Erscheinungen auch einen sanften Platz dort gefunden hat, wo er tätig war. Er war ein polternder Mensch, er war einer, der, noch bevor er sich der Konsequenzen bewusst war, oft einmal auf den Tisch gehauen hat. Und solche Menschen, die in ihrer Geradlinigkeit sich nicht zurücknehmen, die gefallen mir eigentlich schon.“

11. Mai 2002 ORF, Ö1-Extra: „Ein Zeitenreisender,
zum 10. Todestag des Publizisten und Schriftstellers Humbert Fink“

Marcel Reich-Ranicki, Literaturkritiker, Publizist:


„Den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb hätte es überhaupt nicht gegeben, er wäre gar nicht realisiert worden, wenn nicht Humbert Fink – der Einfall stammte von Humbert Fink, und er hat es mit ungeheuerer Energie realisiert, dass man wirklich diesen Wettbewerb machen konnte. Er hat den Wettbewerb realisiert, verwirklicht.
Ursprünglich hatte er eine Konzeption des Wettbewerbs, die ich für nicht ganz richtig hielt, und wir haben in gemeinsamen Diskussionen oft gestritten, bis wir eine Form gefunden haben, die uns angemessen scheint, also die ist, dass nach jeder Lesung eine Diskussion erfolgt, an der aber nur die Juroren teilnehmen dürfen, nicht die Zuschauer, und ähnliche Modalitäten.
Fink hat auch weitgehend ermöglicht, dass die Jury wirklich aus Kennern zusammengesetzt wird, er hat starken Einfluss gehabt auf die Zusammensetzung der Autoren.
Er hat als Kritiker, der er auch ist, an den Wettbewerben nur begrenzt teilgenommen. Er war immer als Juror dabei, aber er hat nicht oft gesprochen. Wenn er aber etwas gesagt hat, war es sehr wichtig, wichtig deshalb, weil in unserer Jury die Gefahr besteht einer allzu abstrakten Betrachtung der Literatur. Wir haben hier hervorragende Kenner in der Jury, die oft mit ihrem ganzen Wissen kommen und einen Text aufladen und hochsteigern auf nicht mehr angemessene Weise.
Da gehörte Humbert Fink zum Repräsentanten des gesunden Menschenverstands und eines direkten Geschmacks. Und er hat sehr oft mit seinen Äußerungen Vernünftiges und Wichtiges beigetragen zum Verlauf der Tagungen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs.“



...wird fortgesetzt...





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